Interview
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Interview mit dem Autor Andy Cremer:
"Man braucht schon eine Menge Mut"

Autor Andy Cremer über die Kunst des Büttenredens

Andy Cremer kennt sich aus. Als Autor schrieb er zusammen mit den Kandidaten von "Ab in die Bütt?!" die Reden und begleitete sie bei den Vorbereitungen zum großen Auftritt. wdr.de sprach mit ihm über die gar nicht so leichte Kunst des Büttenredens.

wdr.de: Herr Cremer, Sie müssen's wissen: Was macht eine gute Büttenrede aus?

Andy Cremer: Eine gute Büttenrede alleine reicht nicht. Es geht darum, was einen guten Büttenredner ausmacht. Da zählen mehrere Sachen: Man muss mit dem Publikum auf Augenhöhe sein und spüren, was bewegt die Leute, was interessiert sie: Eben die Alltagsthemen, der normale "Verzell", wie der Kölner sagt. Das Zweite ist: Man muss eine Type darstellen. Einfach nur ein lustiges Hütchen aufziehen und sich auf die Bühne stellen, das funktioniert gar nicht. Und das dritte: Es gehört schon eine gehörige Menge Mut dazu, sich auf die Bühne zu stellen. Und da ist der Karneval und vor allen Dingen die Bütt die härteste Bühne Deutschlands. Wenn man  zum Beispiel auf dem Land ist und um 23 Uhr auf der Herrensitzung des Posthornschen Vereins in Immekeppel auftritt, (nichts gegen Immekeppel...!) und der Saal hat schon einen Alkoholpegel von 1+, dann will das Publikum schon mal den Künstler scheitern sehen. 

wdr.de: Wo findet man die Themen, die die Leute interessieren?

Cremer: Die findet man tatsächlich auf der Straße. Man muss aber das Ohr dafür haben, d.h. man muss genau zuhören können, übers ganze Jahr hinweg. Wir Autoren sagen immer, man muss nicht die Schreibe haben, man muss das Ohr haben. Und das muss man sammeln. Und ein Gespür für Rhythmus ist wichtig.

wdr.de: Wie läuft das ab mit ihnen und den Kandidaten. Und schreiben die nicht selbst ihre Rede?

Cremer: Die erste Rede, mit der die Kandidaten sich vorgestellt haben, war von denen selbst. Aber das Besondere bei "Ab in die Bütt" ist ja, dass diejenigen, die weiterkommen, von einer Woche zur nächsten ganz was Neues machen müssen. Normalerweise halten sie so eine Rede die ganz Session - manche aber auch über zehn Jahre hinweg die gleiche.
In einem Team beispielsweise sind wir sechs Autoren, die auf die Kandidaten verteilt werden. Zusammen mit ihnen nutzen wir dann die eine Woche intensiv, um den nächsten Auftritt vorzubereiten.

wdr.de: Was sind das für Kandidaten?

Cremer: Die sind wirklich sehr unterschiedlich und stellen damit die Breite des ganzen Spektrums komplett dar. Da gibt es beispielsweise einen ganz jungen Redner von 15 Jahren oder ein, sagen wir "etwas reiferes" Talent von 70. Wir haben Duos und Einzelpersonen und wir haben Männer und Frauen, alles querbeet. 

wdr.de: Könnten wir eine spontane Kostprobe kriegen?

Cremer: O.K., aber "up kölsch":
"Ejal watt dolles sons noch kütt,
isch luer natürlich "ab in' e bütt"
und weil isch dat so jerne seh
hol isch mir noch mehr infos bei wdr.de!"


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